
Es gibt etwas still Autoritäres an einem Stoff, der für sich selbst spricht. Kein aufgedrucktes Muster, kein nachträglich aufgebrachter Schmuck – nur Muster und Textur, die direkt in das Gewebe eingearbeitet sind. Jacquard, die jahrhundertealte Webtechnik, die Motive und geometrische Formen aus dem Grundgewebe heraushebt, hat seinen unverkennbar modernen Moment gefunden. Im Herbst 2025 kommt er nicht laut; er ist einfach, selbstbewusst, schon da – in der Struktur eines Kragens, dem Gewicht eines Ärmels, der Art, wie ein Outfit zusammenhält, bevor du überhaupt deine Schuhe ausgesucht hast.
Jacquard auf einen Blick
- Was es ist: Ein gewebter Stoff mit erhabenen, filigranen Mustern, die beim Weben entstehen – nicht aufgedruckt
- Warum jetzt: Die Abkehr von Logomania und maximalistischen Prints hat handwerkliche, taktile Textur zum neuen Statement gemacht
- Beste Silhouetten: Strukturierte Jacken, kurze Mäntel und taillierte Outerwear, bei denen das Gewicht des Stoffes den Look trägt
- Farbliche Wohlfühlzone: Champagner, dunkles Bronze, Waldgrün und Mitternachtsblau lassen die Dimension des Gewebes im Licht aufleuchten
- Styling-Regel: Lass das Jacquard-Teil die Hauptrolle spielen – halte alles andere schlicht und tonal
- Pflegehinweis: Die meisten Jacquard-Stoffe profitieren von schonender Kalt- oder Trockenreinigung, um die Gewebestruktur zu erhalten
Warum Jacquard der Stoff der Saison ist
Herbst 2025 steht im Zeichen eines kollektiven Schwenks hin zu bewusstem Anziehen – weniger Impuls, mehr Absicht. Nach mehreren Saisons voller aufdringlicher Logo-Wiederholungen und maximalistischer Layers gibt es einen spürbaren Appetit auf Kleidung, die handwerklich statt dekorativ wirkt. Jacquard beantwortet diesen Wunsch präzise. Seine Musterung ist intrinsisch, am Webstuhl erarbeitet statt an der Oberfläche aufgebracht – das verleiht ihm eine Tiefe, die bedruckter Flachstoff schlicht nicht replizieren kann. In einer Saison, in der texturierte Mode das Gespräch entschieden weg vom Schnellen und Wegwerfbaren lenkt, wirkt Jacquard zugleich heritage und frisch – eine seltene Kombination, die alle anspricht, die Teile mit echtem visuellem Gewicht suchen.
Auch die Silhouette spielt eine Rolle. Strukturierte Jacquard-Teile passen zu den entspannt-polierten Codes, die gerade überall zu sehen sind: die leicht überschnittene Schulter, der kurze Saum, der wunderschön zu weiten Hosen passt, der Stehkragen, der am Hals nichts weiter braucht. Jacquard-Damenbekleidung in Form von Outerwear ist besonders überzeugend, weil der Stoff von Natur aus Körper hat und ein Mantel oder eine Jacke so den ganzen Tag ihre Form behält, ohne mittags zerknittert auszusehen. Es ist, im praktischsten Sinne, ein Stoff, der härter arbeitet, als er aussieht.

Drei Wege, Jacquard diesen Herbst zu tragen
1. Als alleiniges Statement über Monochromem. Der einfachste und wirkungsvollste Weg: Kombiniere eine strukturierte Jacquard-Oberschicht mit einem tonalen Outfit von Kopf bis Fuß darunter. Anthrazit- oder gebrochenweiße Teile lassen die Oberflächenvariationen des Gewebes zum einzigen Blickfang werden. Das ist mühelose Eleganz – die Art, über die du an einem Dienstagmorgen nicht lange nachdenken musst.
2. Kontrastreiche Textur-Layers. Jacquard harmoniert außergewöhnlich gut mit glatten, matten Stoffen. Trage eine strukturierte Jacquard-Jacke Mara Stand Collar Crop Trenchcoat offen über einem fließenden Satinrock – die Glätte des einen verstärkt das Relief des anderen. Die tonale Distanz zwischen beiden muss nicht groß sein – tatsächlich wirken die ausgefeiltesten Versionen dieses Looks am stärksten, wenn die Farben nah beieinander liegen und allein die Textur den Kontrast schafft.
3. Power Casual. Der Jacquard-Jacken-Trend hat sich entschieden aus dem formellen Bereich herausbewegt. Trage ein kurzes, strukturiertes Teil mit gerader Jeans, einem feinen eingesteckten Strick und flachen Lederschuhen für einen Look, der lässig ist, ohne underdressed zu wirken. Wenn du an kälteren Tagen nach einer wärmenden Schicht greifst – zum Beispiel Dorothy Drawstring Hooded Puffer Coat unter einem kurzen Jacquard-Topper – arbeiten Wärme und Textur zusammen statt gegeneinander. Das ist das Layering, das durchdacht statt konstruiert wirkt.
Zu Farbe und letzten Details: Für Herbst 2025 sind warme Neutrals – Camel, Tabak, Ecru – die vielseitigste Grundlage für Jacquard, obwohl ein tiefes Juwelen-Ton-Gewebe in Waldgrün oder Pflaume genauso stark wirkt. An den Füßen: spitze Kitten Heels oder klobige Lederslipper, die beide das sophistizierte Gewicht einer Jacquard-Silhouette erden. Halte Schmuck minimal – ein einzelnes Armband oder kleine goldene Ohrringe – und lass den Stoff sprechen.
Shop the Edit
Auch wenn Jacquard die prägende Stoffgeschichte dieser Saison ist, zieht sich das dahinterstehende Prinzip – strukturierte Outerwear mit echtem visuellem Charakter – durch alles, was wir hier kuratiert haben. Ob du nach einem Zelda Suede Bomber Jacket zum Layern über Weekend-Basics suchst oder in einen Mantel mit durchdachter Form und Gewicht investierst: Jedes Teil hier verdient seinen Platz durch genau dieses Ethos – Oberschichten, die die Arbeit übernehmen, damit der Rest deiner Garderobe es nicht muss. Davina Hooded Puffer Jacket bietet Wärme, ohne die Silhouette zu opfern, während Meera Puff Sleeve Bomber Jacket ein skulpturales Ärmeldetail mitbringt, das auf dasselbe textur-fokussierte Denken verweist, das Jacquard gerade so überzeugend macht.
Den Trend weitertragen
Die beständigste Qualität des Jacquard-Jacken-Trends ist, dass er nicht mit der Saison endet. Ein gut gewähltes, strukturiertes Jacquard-Teil aus Herbst 2025 lässt sich im Frühling genauso überzeugend über leichteren Separates tragen – sein gewebtes Muster ist neutral genug, um jede Farbe aufzunehmen, die du um es herum aufbaust. Das ist das eigentliche Argument für Jacquard: nicht Neuheit, sondern Langlebigkeit. In einer Garderobe, die auf weniger, aber bessere Teile setzt, ist ein Stoff, der über mehrere Saisons seinen Wert beweist, kein Trend – sondern eine sehr vernünftige Entscheidung, wunderschön verpackt.



